Das Android-Subsystem für Windows
Inhalt
- Einführung
- Was ist das Android-Subsystem für Windows
- Wie funktioniert es
- Vorteile und Auswirkungen
- Welche Windows-Versionen unterstützen das WSA?
- Vorteil für blinde Anwender
- Installation
Einführung
In den letzten Jahren hat sich das Android-Betriebssystem zu einer der dominantesten Plattformen für mobile Geräte entwickelt. Mit seiner riesigen Benutzerbasis und einer umfangreichen Auswahl an Apps und Spielen hat Android den Markt erobert. Auf der anderen Seite haben Windows-Betriebssysteme einen festen Platz auf PCs und Laptops. Nun hat Microsoft eine Lösung entwickelt, um diese beiden Welten zu verbinden - das Android-Subsystem für Windows. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf diese innovative Technologie und ihre Auswirkungen auf deine Nutzererfahrung.
Was ist das Android-Subsystem für Windows?
Das Android-Subsystem für Windows ist eine Funktion, die Microsoft mit dem Ziel eingeführt hat, die Lücke zwischen den beiden Betriebssystemen zu schließen. Es ermöglicht dir, Android-Apps direkt auf deinem Windows-Computer auszuführen, ohne dass eine separate virtuelle Maschine oder ein Emulator erforderlich ist. Dieses Subsystem basiert auf der Windows Subsystem for Linux (WSL) Technologie, die es ermöglicht, ein vollständiges Android-Betriebssystem innerhalb von Windows auszuführen.
Wie funktioniert es?
Das Android-Subsystem für Windows verwendet den Android Open Source Project (AOSP) Code, um eine kompatible Android-Umgebung bereitzustellen. Es nutzt die WSL-Technologie, um den Linux-Kernel von Android auszuführen und die notwendigen Abstraktionsschichten bereitzustellen, um Android-Apps in der Windows-Umgebung lauffähig zu machen. Dies ermöglicht es dir, deine Lieblings-Android-Apps auf deinen Windows-Geräten zu verwenden, ohne dass du dein Betriebssystem wechseln musst.
Vorteile und Auswirkungen
Die Einführung des Android-Subsystems für Windows hat mehrere Vorteile und Auswirkungen. Erstens eröffnet es dir eine größere Auswahl an Apps und Spielen. Da der Google Play Store direkt auf Windows-Geräten verfügbar ist, kannst du auf eine breite Palette von Anwendungen zugreifen, die zuvor nur auf Android-Geräten verfügbar waren. Dies erweitert die Funktionalität von Windows-Computern erheblich und bietet dir mehr Flexibilität bei der Auswahl der für dich geeigneten Software.
Zweitens verbessert das Android-Subsystem die Kompatibilität zwischen den beiden Betriebssystemen. Da viele Menschen sowohl ein Android-Smartphone als auch einen Windows-PC besitzen, ermöglicht es ihnen, nahtlos zwischen beiden Geräten zu wechseln, ohne dass sie ihre bevorzugten Apps und Dienste aufgeben müssen. Du kannst deine Android-Apps auf dem großen Bildschirm deines Computers genießen und gleichzeitig von den Vorteilen der Windows-Umgebung profitieren.
Welche Windows-Versionen unterstützen das Android-Subsystem?
Das Android-Subsystem für Windows wurde erstmals mit dem Windows 11-Betriebssystem eingeführt. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass nicht alle Versionen von Windows 11 automatisch das Android-Subsystem unterstützen. Die Unterstützung des Android-Subsystems hängt von der spezifischen Edition von Windows 11 und den Hardwareanforderungen ab.
In Windows 11 Home und Windows 11 Pro ist das Android-Subsystem standardmäßig nicht verfügbar. Um das Android-Subsystem nutzen zu können, benötigst du Windows 11 Pro oder Windows 11 Enterprise sowie eine aktive Verbindung zum Internet. Darüber hinaus müssen bestimmte Hardwareanforderungen erfüllt sein, wie beispielsweise ein 64-Bit-Prozessor mit mindestens vier Kernen, 8 GB RAM und 64 GB Speicherplatz.
Es gibt auch eine Möglichkeit, das Android-Subsystem unter Windows 10 zu nutzen. Diese inoffizielle Methode wird hier jedoch nicht weiter behandelt, da nicht garantiert werden kann, dass das Subsystem unter Windows 10 korrekt ausgeführt wird.
Vorteil für blinde Anwender
Welchen Vorteil kann es haben, das Android-Subsystem als blinder Anwender zu nutzen? Diese Frage habe ich mir auch gestellt. Die Antwort wird aber schnell klar, wenn man sich ein bisschen damit befasst. Kurz gesagt bietet das Android-Subsystem die einfache Möglichkeit, die Android-Welt zu erkunden und zu nutzen. Es gibt zahlreiche Anwendungen, die unter Windows unter Umständen vielleicht nicht so gut per Screenreader zugänglich sind. Oder man nutzt das Subsystem, um in die Vielfalt von Android reinzuschnuppern oder einfach zum Test. Das Android-Subsystem bringt von Haus aus einen Bildschirmleser mit. Zusätzlich gibt es eine Tastatursteuerung als Ersatz für die Touchgesten, die du normalerweise auf einem Handydisplay zum Navigieren nutzen würdest.
Installation
Es gibt mehrere Wege, die hier nach Rom führen.
Installation über den Microsoft Store
Die Installation ist denkbar einfach. Microsoft empfiehlt die Installation über den Microsoft Store. Dort darfst du aber nicht nach "Android Subsystem" suchen. Stattdessen gibst du in das Suchfeld einfach "Amazon Appstore" ein. Bei dessen Installation werden nämlich alle nötigen Dateien für die Virtualisierung installiert. Sprich: Ab dem Zeitpunkt, wo du den Schalter "Einrichten" betätigtst, wird das WSA installiert. Nach einem Neustart kannst du dann den Amazon Appstore öffnen und Android-Apps installieren.
Installation über Optionale Funktionen
Sollte die Installation über den Microsoft Store nicht angeboten werden, kannst du alternativ versuchen, das WSA über "Optionale Funktionen" hinzuzufügen. Dazu gehst du in Einstellungen > Apps > Optionale Funktionen.und suchst dort nach:
Windows-Subsystem für Android
Anschließend bestätigst du die Installation. Nach einem Neustart des PCs kannst du nun im Microsoft Store den Amazon Appstore suchen und installieren.
Das ist die offizielle Vorgehensweise, um das Windows-Subsystem für Android zu installieren.
Installation eines angepassten Images mit dem Play Store von Google
Die Möglichkeit, ein eigenes Image für die Virtualisierung von Android zu nutzen, eröffnet u. A. die Möglichkeit, auch ohne Umwege den Play Store zu nutzen. Diese Images laufen inzwischen so stabil, dass ich gerne Gebrauch davon machen. Die Installation unter Windows 10 funktioniert nur über diese Methode.
Bevor du ans Werk gehst, sei gewarnt: Ich gebe keine Garantie auf Funktion und Vertraulichkeit. Du führst immerhin Skripte aus unbekannter Herkunft (zum Beispiel von Github) aus und installierst dir damit unbekannte Images.
Bitte beachte außerdem: Für die Installation über einen alternativen Installer darfst du das Android-Subsystem für Windows vorher nicht über den Microsoft Store installiert haben.
Download eines alternativen WSA-Images
Bei meinen Tests habe ich mich für die GitHub-Seite von MustardChef entschieden. Dort kannst du auch nachlesen, was er aktuell in seine Versionen einbaut, wie Sideload funktioniert und wie man das System aktuell hält.
Link zum Projekt bei GitHub: MustardChef / WSA Builds
Im Bereich Downloads (Formatierung als anspringbare Überschrift oder über mehrfaches Drücken der Taste T erreichbar) wird in 2 Tabellen erläutert welche Versionen es gibt und wie du zum Download kommst. Die Dateien werden derzeit auf Onedrive hochgeladen. Dort kannst du dich entscheiden ob du ein WSA mit den Google Apps (MindtheGapps) oder mit Magisc (zum Rooten) und stabile Version oder nightly Build haben möchtest. Ich habe mich gegen eine Version mit Magisc aber mit den Google Apps entschieden.
Hast du nun eine entsprechende Datei heruntergeladen, entpacke sie in ein Verzeichnis, welches du am Ende nicht löschen darfst. Im Verzeichnis suchst du nun nach einer Dateien namens „install.ps1“. Es öffnet sich nun die Powershell und alle nötigen Schritte werden automatisch durchgeführt. Hörst du keine Fehlermeldung, sollte die Installation nun vollständig sein und du kannst das Android-Subsystem nun nutzen.
Eine Anleitung für die erste Einrichtung und die Navigation mit dem eingebauten Screenreader folgt.